D'Place d'Armes zu Lëtzebuerg. Ze gesinn sinn Terassen vun groussen Ketten, déi virun allem Tourist*innen unzéien.

Ëffentlechen Raum – Recht auf Stadt och zu Lëtzebuerg? (Ënnert dem Pavé 02.09.16)

Als Intro zu eiser Sendung iwwert Raumplanung, Urbanismus a Mobilitéit liest d’Milena eis e puer Abschnitter vun sengem Artikel iwwert (Politik am) ëffentlechen Raum zu Lëtzebuerg vir. De ganzen Artikel fannt dir hei bei forum.lu.

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Wir wollen als neue, junge Generation die Art verändern, wie Politik gemacht wird. „Es wird nicht auf dem öffentlichem Platz verhandelt, das war noch nie so“, entgegnete Minister Meisch. Seine Aussage bekräftigte uns jedoch in unserer Forderung, nur in der Öffentlichkeit mit ihm zu reden. Unsere Generation will nicht mehr akzeptieren, dass Politik hinter verschlossenen Türen gemacht wird, die Trennung zwischen Politik und Bevölkerung gehört aufgebrochen. Diese Trennung muss im übertragenen Sinne, aber auch im tatsächlichen, städtebaulichen Sinne aufgebrochen werden.

„Es ist das Geld, das die Stadt macht!“ (Reinhard Seiß) 

Im gleichen Sinne werden politische Belange, die Bürger auf die Straße bringen, von der Bevölkerung fern gehalten. Die Besucher*innen (Bewohner*innen gibt es ja kaum im Stadtzentrum) sollen sich in der Groussgaass, auf der Plëss oder noch auf dem Knuedler aufhalten, dort wo sie zu Konsument*innen werden können. Die wenigen vereinzelten konsumfreien Sitzmöglichkeiten auf unseren Plätzen laden absolut nicht zum Verweilen und zum Kommunizieren ein. So lassen zum Beispiel die Sitzbänke auf dem Knuedler mit ihrer konvexen Form die nebeneinander sitzenden Menschen sich voneinander abwenden, anstatt sich einander zu zuwenden.

Außerdem besteht keinerlei eigene Gestaltungsmöglichkeit auf den  Plätzen oder in ihrer Möblierung. Personen dürfen sich kurz niedersetzen, sollen sich dann aber schnell wieder aufmachen, um noch einen Einkauf zu erledigen oder etwas essen zu gehen.   Für Studierende, die seit diesem Jahr, eben wegen der Reform der Studienbeihilfen, über noch weniger Geld verfügen, oder für andere Menschen mit einem kleineren Geldbeutel, gibt es im Stadtkern wenig Platz. Der Zwang zum Konsum ist nur sehr schwer zu umgehen.  Lebenswert wird eine Stadt jedoch nur dadurch, dass Menschen dort auch konsumfreie Sitz- und Aktivitätsmöglichkeiten haben. Auch für Kinder ist es wichtig, dass es Spielplätze gibt, die nicht immer nur nach dem altbekannten Schema aufgebaut sind, sondern wo sie auch mal was verändern oder bauen können und dies gerade im Zentrum der Stadt.

Es ist an der Zeit die Konzepte unserer Plätze zu überdenken und sie so zu gestalten, dass etwas entstehen kann, was den Ursprung in den Bedürfnissen der Bevölkerung hat. xx Wir brauchen öffentliche Plätze zum Kommunizieren, Spielen, Verweilen, Rasten, Feiern, Politik machen.

Wir brauchen öffentliche Plätze für Kinder, Jugendliche, alte Menschen, junge Menschen, Familien, Tiere, Menschen mit weniger Geld, Menschen jeglicher Herkunft, …  Aber vor allem müssen wir alle uns das Recht auf Stadt nehmen. Wir müssen uns als Gesellschaft mit dem Raum befassen, in dem wir leben, ihn gestalten und uns in das Geschehen einbringen.  Auch in Luxemburg müssen wir uns kritisch gegenüber Gentrifzierung, Großprojekten, der Liberalisierung des Stadtraumes und des öffentlichen Verkehrs positionieren und uns aktiv dagegen stemmen.

Ein gutes Beispiel für eine solche Entwicklung in der Bevölkerung ist etwa die „Recht auf Stadt“-Bewegung in verschiedenen deutschen und österreichischen Städten.   Es ist an der Zeit, nicht nur in der Politik Platz für uns zu beanspruchen, sondern auch in der Stadt uns Straßen und Plätze zu nehmen!

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