ADEM und Dress for Success vereinen sich um Sexismus und Oberflächlichkeit zu fördern

Um das Ziel zu verfolgen, Frauen aus der Arbeitslosigkeit zu helfen, haben sich die ADEM und “Dress for Success” zusammengeschlossen und bieten künftig Workshops speziell für Frauen an, um sie bezüglich ihrer Kleiderwahl für Bewerbungsgespräche zu belehren.

Was als eine Zusammenarbeit mit lobenswertem Ziel gedacht ist, entpuppt sich als eine weitere Initative zur Aufrechterhaltung der bestehenden Verhältnisse.

Allein der Name der Partnerorganisation lässt darauf schließen, dass die von ihr getragene  Kleidung absolute Priotität für eine Frau sein sollte. Ohne die richtige Bekleidung fällt der Erfolg aus, Ausbildung und Erfahrung werden in den Hintergrund gerückt.Der erste Eindruck spielt heutzutage eine große Rolle bei Vorstellungsgesprächen, jedoch sollten wir uns stark machen, dass dieser Eindruck sich nicht auf Äußerlichkeiten limitiert, sondern Persönlichkeit, Ausstrahlung und die eigenen Kompetenzen vorrangig sind.

Durch Initiativen wie “Dress for Success” werden diese Eigenschaften dem Kleiderstil untergeordnet und Frauen wird wieder einmal mitgeteilt, dass ihr Äußerliches wichtiger als alles Andere ist. Dabei haben sich “Dress for Success” und die ADEM doch als edles Ziel gesetzt die Frauen zu unterstützen und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. Es ist in den Augen von Jonk Lénk abscheulich zu sehen, dass das gestärkte Selbstbewusstsein der Frauen von ihrer Kleidung her kommen soll und nicht von ihren Kompetenzen und ihrem Können. Wer Frauen auf diese Art aufbauen will, hat nicht verstanden, was das eigentliche Problem ist.

Dazu sollte mensch sich fragen warum diese Initiative ausschliesslich die weiblichen Arbeitsuchenden anspricht. Der erste Eindruck hat schließlich auch für Männer (und non binary gender Menschen) seine Wichtigkeit. Diese Limitation exklusiv auf das weibliche Geschlecht verstärkt nur die Aussage, dass Frauen systematisch objektiviert und auf ihr Aussehen reduziert werden.

Bei der Vorstellung wurde ein Banner von Dress for Success benutzt, dieser zeigt eine Abbildung von High-Heels in denen Wörter wie “Independence”, “Success” oder auch “Career”stehen. Dieses Bild suggeriert, dass es aus der Sicht von “Dress for Success” auf eine bestimmte Art von Kleidung ankommt.

Die Idee, dass eine staatliche Institution Frauen dazu ermutigt – oder ihnen gar vorschreibt – ihre sexuellen Reize bei der Jobsuche einzusetzen um ihre Chance zu erhöhen, stößt bei der Jonk Lénk auf Empörung.

Dann sollte mensch sich auch Gedanken darüber machen, wer bestimmt welche Kleidung für Frauen in der Arbeitswelt zulässig oder unzulässig ist. Hier wird den Frauen wiederum erklärt, dass sie sich auf eine bestimmte Art und Weise zu kleiden haben um in der männerdominierten Arbeitswelt anzukommen. Einerseits sollen Frauen sich so kleiden, dass sie so wenig wie möglich unter ihren männlichen Kollegen auffallen und trotzdem noch feminin wirken, ihr Geschlecht verbergen und gleichzeitig hervorheben. Frauen wird vermittelt, dass sie nicht gut sind, so wie sie sind, sondern dass sie sich an die strikten Gefüge der Männerwelt anzupassen haben.

Mit diesem Program wird Sexismus nur verstärkt und macht es Frauen auflange Sicht noch schwerer sich in der patriarchalen Arbeitswelt durchzusetzen. Das strukturelle Problem Arbeitslosigkeit lässt sich hiermit  jedenfallsnicht effektiv bekämpfen.

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